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Handball beim TVO

 

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  Der Turnverein Ottersheim ist einer von 4 Stammvereinen, deren Handball-Abteilungen sich zu einer Spielgemeinschaft (Südpfalz-Tiger) zusammen geschlossen haben.

 

   

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Überblick Chronik des Vereins (1892 - 1967)

Details

Frisch, Fromm, Fröhlich, Frei...

Vierzig Jahre nach dem Tode des Turnvaters Jahn gründete am 5. Juni etwa 30 junge Männer den Turnverein Ottersheim. In Anlehnung an bereits bestehende Turnervereinigungen legte man bei der ersten Generalversammlung die Satzungen fest. Der Verein setzte sich im Sinne Jahns das Ziel, seine Mitglieder an Körper und Geist zu frischen, frommen, fröhlichen und freien Menschen zu erziehen. Man erstrebte, daß in einem gesunden Körper ein gesunder Geist wohne. Dieses Ziel soll erreicht werden durch regelmäßige Turnübungen, durch Belehrung, durch Turnfahrten und durch gesellige Zusammenkünfte. Mit dem Eintritt in den Verein verpflichtete sich jedes Mitglied, am Vereinsleben entsprechend Anteil zu nehmen.

Bei der ersten Versammlung wurde auch ein Turnrat gewählt, dem folgende Männer und Frauen angehörten:

  • Seither Josef (1. Vorstand)
  • Kreiner Ludwig (2. Vorstand)
  • Müller Josef (1. Turnwart)
  • Zwißler Eugen (2. Turnwart)
  • Zwißler Johann (Schriftwart)
  • Gensheimer Adam (Zeugwart)
  • Benz Philipp (Kassenführer)
  • Jochim Ludwig (Beisitzer)
  • Reinhardt Friedrich (Beisitzer)

Jedes aktive Mitglied mußte eine Aufnahmegebühr von einer Mark zahlen.Der Monatsbeitrag wurde auf 20 Pfennige festgesetzt. Jugendliche von 13 bis 16 Jahren galten als Zöglinge und waren beitragsfrei. Mit 24 Jahren war es möglich, als passives Mitglied dem Turnverein anzugehören. Im übrigen konnten nur männliche Personen Mitglied des Turnvereins werden.

Alljährlich wollte man am letzten Sonntag im Monat Mai ein Turnfest abhalten, das am Abend mit einem Ball enden sollte. Es war Aufgabe des Turnwartes und seines Stellvertreters, die Turnübungen und die Turnfahrten anzusetzen und zu leiten. Da für das Geräteturnen anfänglich kein Raum vorhanden war, beschränkte man sich auf Freiübungen, Laufen, Springen und Werfen. Die Turnstunden fanden auf einem behelfsmäßigen Turnplatz statt.

Disziplin ist alles...

Vom Jahre 1907 wird uns berichtet, daß ein Fräulein Kreiner in der Ludwigstraße zu diesem Zweck ihren Hof gegen eine monatliche Gebühr von einer Mark zur Verfügung stellte. Im übrigen herrschte strenge Disziplin. Nichtmitglieder durften den Turnplatz nicht betreten, ausgenommen bei Schauturnen gegen eine entsprechende Eintrittsgebühr. Wer von den aktiven Turnern ohne Erlaubnis den Turnplatz verließ, bevor die Übungen beendet waren, mußte 10 Pfennig Strafe in die Vereinskasse zahlen. Ähnlich erging es demjenigen, der ohne triftigen Grund den Turnstunden fernblieb.
Alljährlich fand zur vorgeschriebenen Zeit die Generalversammlung des Turnvereins statt, bei der jeweils ein neuer Turnwart gewählt wurde. Es ist auffällig, daß im ersten Jahrzehnt die Vorstände, Turnwarte, Schriftwarte usw. im Gegensatz zur späteren Praxis sehr häufig wechselten.
Die erste Vereinsfahne...

Im Jahre 1904 wurde für 350 DM eine Vereinsfahne angeschafft und feierlich geweiht. Da der Turnverein weder über eine Turnhalle, noch über genügend Übungseinrichtungen verfügte, flaute der Turnbetrieb im Laufe der Zeit ab.

Zum Gasthaus "Gambrinus"...

Das scheint 1907 , als Lehrer Renn die Leitung des Vereins übernahm, etwas besser geworden zu sein. Damals mietete man den Tanzsaal im Gasthaus "Zum Gambrinus" und hielt dort wöchentlich 2 Turnstunden ab. An den Geräteübungen beteiligtem sich in jener Zeit 16 Jungmänner und 8 Zöglinge. Turnwart Josef Nann hielt 1907 insgesamt 84 Turnstunden ab. Für den Monat Juli hatte man ein großes Schauturnen im Walde vorgesehen, an dem 14 Vereine mit mehr als 350 Turnern teilnahmen. Unter Mitwirkung der Tanzkapelle Gaab wurden abends in der Gastwirtschaft "Zum Gambrinus" die Preise verteilt. Beim Gauturnfest in Neustadt war Ottersheim im Jahre 1907 mit 19 Turnern vertreten, die unter 36 Vereinen den fünften Platz erzielten.

Turnen in der Schulscheune...

Im Jahre 1908 richtete Vorstand Renn an die Gemeinde die Bitte, dem Turnverein eine der beiden Schulscheuern als Übungsstätte zu überlassen. Da die Scheune aber zur Lehrerdienstwohnung gehörte, lehnte der Gemeinderat den Antrag ab. Doch schon ein Jahr später fand sich nach Übereinkunft aller beteiligten eine brauchbare Lösung. Gegen eine jährliche Gebühr von 30 Mark, die an den Schulleiter der katholischen Schule zu entrichten war, erhielt der Turnverein das Recht, die westliche Schulscheune als Behelfsturnhalle zu verwenden. Auf Kosten des Turnvereins wurde zwischen den beiden Tennen eine Backsteinmauer eingezogen und die Decke der Scheune verschalt. Dann wurden Reck und Barren in der Turnhalle aufgestellt. Daneben waren in dem Raum noch einige Kleingeräte, wie Hantel und Kugel, untergebracht.

Ein Schuß fürs Turnpferd...

Ein Turnpferd wurde erst 1913 angeschafft, nachdem das Geld auf eine ziemlich opriginelle zusammengekommen war. In diesem Jahr stellte nämlich der Turnverein bei der Kirchweihe einen Schießstand auf, der 86 Mark Reingewinn erbrachte. Die rewstlichen 34 Mark für das Turnpferd legte man aus der Vereinskasse hinzu. Zur Pflege des Schießsportes kaufte man übrigens im gleichen Jahr auch ein Gewehr.

Der 1. Weltkrieg und die Jugendwehr...

Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, hatte der Turnverein Ottersheim 114 Mitglieder, von denen 103 teils sofort, teils etwas später zum Militär eingezogen wurden. 17 Mitglieder starben den Tod fürs Vaterland, 3 blieben vermißt und 8 gerieten in Gefangenschaft. Eine Ehrentafel aus dem Jahre 1927 soll das Andenken der Gefallenen und Vermißten in der Turnerfamilie wachhalten. Während des Krieges war an einen geordneten Turnbetrieb nicht zu denken. Lediglich die sogenannte Jugendwehr kümmerte sich um die körperliche Ertüchtigung der Schulentlassenen. Dieser Wehr gehörten in Ottersheim etwa 60 Jugendliche an, die von den Übungsleitern Konrad Störtzer, Jean Benz und Josef Nann betreut wurden.

Es geht wieder aufwärts...

Erst im Jahre 1920 wurde in Ottersheim der Turnbetrieb wieder aufgenommen. Mit Jean Benz als erstem Vorstand und Paul Dörzapf als Turnwart standen 2 turnbegeisterte Männer an der Spitze des Vereins, die in kurzer Zeit neues Leben in den Reihen der Turner entfachten. Die Turnhalle wurde ausgebessert und mit Licht versehen. Nach und nach wurden Sprungmatte, Stein, Sprungständer, Trommel, Faustball, Ger, Reckstange, Kugel, ein neuer Barren und 12 Paar Keulen angeschafft. Auf dem alten Festplatz in den "Erlen" richtet man die Sprungbahn wieder her. Jeden Dienstag- und Freitagabend fanden Turnstunden statt, die auch fleißig besucht wurden.

Fußball in Ottersheim...

Da verschiedene Mitglieder des Turnvereins eine Fußballabteilung gründen wollten, ließ man auf der Gänsehaardt behelfsmäßig einen Spielplatz anlegen. An der Herrichtung des Platzes beteiligten sich insgesamt die 22 Fußballspieler unter ihrem Leiter Wilhelm Hellmann. Allerdings erwies sich die Fußballabteilung des Turnvereins nicht als besonders lebensfähig, so daß sie schon nach wenigen Jahren den Betrieb einstellte.

Das Kreisturnfest in Ludwigshafen...

1922 war der Turnverein der stärkste Verein in Ottersheim. Er hielt alljährlich im Walde ein Turnfest ab, an dem sich neben der einheimischen Bevölkerung auch zahlreiche auswärtige Vereine beteiligten. Bei dem pfälzischen Kreisturnfest in Ludwigshafen im Jahre 1925 stellte Ottersheim eine neun Mann starke Riege, der es gelang, im Reckturnen, im Lauf und bei den Freiübungen den 2. Preis zu erringen. Das Vereinswetturnen im August 1925 hatte mit 38 Wettkämpfern die größte Teilnehmerzahl seit Bestehen des Vereins. In diesem Jahr wurden 110 Turnstunden mit durchschnittlich 15 Teilnehmern abgehalten. War es da ein Wunder, wenn der Ruf nach einer neuen Turnhalle immer lauter ertönte ? Trotz vieler Anläufe sollte es leider noch vier Jahrzehnte dauern, bis dieser Wunsch endlich in Erfüllung ging.

Wenn das liebe Geld nicht wär'...

Im Jahre 1927 kaufte der Turnverein im Faselbrühl einen Bauplatz, der aber schon 1929 wieder veräußert wurde.
1930 wollte man an der Landauer Straße beim Mühlweg eine Halle erstellen, doch scheiterte auch dieser Plan an den fehlenden Geldmitteln. Das war umso bedauerlicher, als 1931 die Schulscheunen abgerissen werden mußten, weil sie baufällig waren. Damit stand fortan keine Übungsstätte für das Geräteturnen mehr zur Verfügung.

Der Handballsport ist geboren...

Inzwischen hatte sich freilich ein neuer Übungszweig herausgebildet, der unter der Turnerjugend von Jahr zu Jahr mehr Abhänger fand: das Handballspiel.
Im November 1927 wurde dieses Spiel im Turnverein begonnen und schon in kurzer Zeit zu erstaunlicher Höhe geführt.
Beim Handballwerbetag im Jahre 1928 trat die Ottersheimer Mannschaft zum ersten Mal vor doe Öffentlichkeit. Waren es 1928 noch 17 Spiele, die von der Handballmannschaft durchgeführt wurden, so stieg diese Zahl 1929 auf das Dreifache an. Zeitweise waren es sogar 3 Mannschaften, die in Ottersheim das Handballspiel pflegten. Demgegenüber ging das Turnen stark zurück, zumal seit 1931 auch kein Übungsraum mehr vorhanden war.

Handball auf der Gänsehaardt...

Allerdings ließ das Handballspiel auf der Gänsehaardt viel zu wünschen übrig. So ist es nicht verwunderlich, wenn der Turnverein 1929 mit der Bitte an die Gemeinde herantrat, den Sportplatz erweitern zu dürfen. Dieser Wunsch wurde auch erfüllt. Zwischen Bürgermeister Franz Steegmüller und Vorstand Jean Benz wurde 1931 ein Vertrag abgeschlossen, der dem Turnverein auf der Gänsehaardt einen ausreichenden Platz unentgeltlich überließ. Der Platz war im Norden begrenzt durch die Koposthaufen, im Osten durch den Neuweg und im Westen durch den Gänseweiher. Nach Süden hin durfte er 80 n breit sein. Nachdem die Rechtsverhältnisse geklärt waren, konnte mit dem Ausbau der Sportstätte begonnen werden. Das geschah hauptsächlich in den Jahren 1932 und 1933 mit Hilfe des Freiwilligen Arbeitsdienstes. Zu den Kosten steuerte das Arbeitsamt insgesamt 4000 Mark bei. Es wurden Entwässerungsgräben angelegt und der Platz eingeebnet. Außerdem errichtete man eine Umkleidehütte und legte einen Fußpfad an. Damit waren die äußerlichen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Handballbetrieb vorhanden.

Und wieder ruht der Sport...

Die Machtübernahme Hitlers im Jahre 1933 war dem Turnverein Ottersheim nicht von Nutzen. Obwohl die körperliche Ertüchtigung der Jugend ein wichtiger Programmpunkt nationalsozialistischer Politik war, ging es in Ottersheim mit dem Sport offensichtlich rückwärts. 1933 traten 26, im folgenden Jahr sogar 28 Mitglieder aus dem Turnverein aus, so daß der Verein am 1. Januar 1935 noch 54 Mitglieder zählte. Auch der langjährige, erfolgreiche Vorstand Jean Benz legte sein Amt nieder. Obwohl die nationalsozialistische Führung mit der befohlenen Gleischaltung des Turnvereins sehr vorsichtig zu Werke ging, hatten nur wenige Lust, durch ihre Mitarbeit den Hitlerstaat aktiv zu unterstützen, wie das in der oben verordneten Einheitssatzung im Jahre 1937 gefordert wurde.
Vom Jahr 1938 berichtet das Protokollbuch, daß jede Vereinstätigkeit ruhte.

Der Tiefpunkt...

War das Turnen schon vorher zum Erliegen gekommen, so mußte jetzt auch das Handballspiel eingestellt werden, weil der Sportplatz wegen des Westwallbaues nicht mehr benutzt werden konnte.
1939 wurden zwar die Spiele im geringen Umfang wieder aufgenommen, doch setzte der inzwischen ausgebrochene Zweite Weltkrieg jeder sportlichen Betätigung alsbald ein Ende.
Im Jahr 1945 ging sogar die Vereinsfahne verloren. Beim früheren Vorstand Jean Benz waren nämlich etwa 50 Marokkaner einquartiert. Als die Soldaten am 1. April 1945 das Dorf verließen, fehlte die Vereinsfahne samt Zubehör.

Aufbau durch den Sportverein...

Erst 1946 führte der am 3. März gegründete Sportverein die Arbeit des ehemaligen Turnvereins weiter. Zum ersten Vorstand wählte man Karl Wünschel, zum zweiten Peter Hindert, zum Schriftführer Jean Benz und zum Spielwart Erwin Winkelblech. Neben geselligen Veranstaltungen wollte man vor allem Handballspiele durchführen.
Zu Beginn des Jahres 1947 hatte der Verein bereits 107 Mitglieder, die in kurzer Zeit auf 141 anwuchsen. Bei der Generalversammlung meinte Jean Benz, der Verein habe in der Vergangenheit hauptsächlich Unterhaltungen, Theaterspiele und Bälle abgehalten, jetzt müsse er sich stärker dem Sport und der körperlichen Ertüchtigung der Jugend widmen. Zu diesem Zweck sollte vor allem der Sportplatz wieder hergerichtet werden.

Ein neuer Platz...

Tatsächlich konnte bereits im März des folgenden Jahres die Firma Becht aus Hördt mit den Arbeiten auf der Gänsehaardt beginnen und sie in verhältnismäßig kurzer Zeit erfolgreich abschließen. Die feierliche Einweihung des Platzes fand am 18. Mai 1948 unter Mitwirkung der Musikkapelle statt. Im gleichen Jahr nahm der Sportverein auch die Tradition des Turnvereins wieder auf und veranstaltete einen Sommertagsumzug, der sich eines außergewöhnlichen Zuspruchs erfreute.

Ähnlich war es 1949, wo sich außer der Musikkapelle geschmückte Reiter und Wagen sowie eine Gruppe Radfahrer beteiligten.
Im Jahre 1950 wurden auf dem Sportplatz neue Umkleideräume erstellt, zu denen der Handballverband 800 DM Zuschuß gewährte.

Und wieder Turnverein...

Da es an geeigneten Räumlichkeiten zum Turnen fehlte, blieb das Handballspiel weiterhin der wichtigste Sportzweig des Turnvereins, wie sich der Verein 1950 auf Beschluß der Generalversammlung wieder bezeichnete. Daß der Turnverein nach dem zweiten Weltkrieg so rasch wieder aufblühte, war nicht zuletzt das Verdienst von Peter Hindert, der als Vorstand von 1947 bis 1951 weder Zeit noch Mühen scheute, der Turnsache voranzuhelfen.

Die Hindertbuche...

Als er 1951 nach Germersheim verzog, pflanzte man ihm zu Ehren in der Nähe des Sportplatzes eine Buche, die Hindertbuche genannt wurde.
Im Jahre 1952 konnten das 60-jährige Stiftungsfest des Turnvereins und das 25-jährige Jubiläum der Handballabteilung gefeiert werden.

Das Jubiläumsjahr...

Die Festlichkeiten fanden am 29. Juli statt und waren von dem damaligen Vorstand Oskar Hoffmann gut vorbereitet worden. Am Vormittag wurden Dreikämpfe und leichtathletische Einzelwettkämpfe durchgeführt. Am Nachmittag fand ein Schauturnen unter Mitwirkung auswärtiger Vereine statt. Den Ehrenpreis der Gemeinde Ottersheim konnte der Turnverein Herxheim als Sieger in der 8x100 m-Staffel nit nach Hause nehmen. Den Abschluß des Festes bildete ein Feuerwerk, wie es erstmals in Ottersheim zu sehen war.Bei dem Vereinsjubiläum war auch Ruprecht Job, der Sohn des Ehrenmitglieds Peter Job, aus den Vereinigten Staaten in Ottersheim anwesend. Er versprach, dem Turnverein eine neue Fahne zu stiften und vei der Weihe wieder nach Deutschland zu kommen. Job hielt sein Versprechen.

Die neue Fahne aus Amerika...

So konnte im Juli 1954 die neue Fahne in seiner Gegenwart geweiht werden. Zum Dank und zur Erinnerung wurdem dem edlen Stifter der Ehrenbrief und ein Gemälde des Dorfes Ottersheim überreicht.
Im Jahre 1954 nahm der Verein den Turnbetrieb wieder auf. Da aber in Ottersheim kein geeignetet Raum vorhanden war, mußten die Turnstunden auswärts gehalten werden. Damals gründete man auch eine Turnerinnenabteilung.

Emanzipation beim Turnverein...

Zugleich wurden die Satzungen dahin gehend verändert, daß in Zukunft auch Mädchen und Frauen gleichberechtigte Mitglieder des Turnvereins werden konnten. Je mehr aber das Turnen aufblühte, desto stärker wurde der Mangel einer Turnhalle von den Vereinsmitgiedern empfunden. Bürgermeister Paul Dörzapf erwog den Plan, in den Schulgärten eine Halle zu entrichten. Wie in früheren jahren, scheiterte auch dieser Plan an den fehlenden Geldmitteln.

Sportliche Erfolge...

So blieb das Handballspiel auch weiterhin Schwerpunkt der sportlichen Arbeit des Turnvereins. Zweitweise konnte Ottersheim 5 Handballmannschaften auf die Beine stellen, die bei den Handballturnieren beachtliche Erfolge erzielten. Höhepunkt dieser Entwicklung war das Jahr 1958 , wo die erste Mannschaft aus den Kämpfen als Kreismeister hervorging.
1963 konnte die B-Jugend sogar die Pfalzmeisterschaft erringen.

Rücktritt bei den Bundesjugendspielen...

Seit dem Jahre 1955 organisierte der Turnverein alljährlich auch die Bundesjugendspiele in Ottersheim, die stets mit einem kleinen Waldfest verbunden waren. Auch im Jahre 1960 fanden im Sommer wieder die Bundesjugendspiele unter Beteiligung der Jungen und Mädchen auf dem Sportplatz statt. Zum Leidwesen des 1. Vorstandes waren aber beim Festzug nur wenige Vereinsmitglieder anwesend. Obwohl das Fest auf dem Sportplatz ganz harmonisch verlief, erklärte Hoffmann seinen Rücktritt als Vorstand des Vereins. Seine Vertretung übernahm bis zur nächsten Generalversammlung der 2. Vorstand Josef Weimann.
Im Jahre 1961 wurde der bisherige Rechner Richard Föhlinger zum Vorsitzenden des Turnvereins gewählt. Föhlinger wollte nicht nur die begonnene Arbeit tatkräftig weiterführen, sondern darüber hinaus einen neuen Plan verwirklichen: Der Turnverein Ottersheim sollte einen Spielmannszug erhalten.

Der Spielmannszug...

Am 25. Juni wurde in einer Vorstandssitzung ein entsprechender Beschluß gefaßt, der auch bald in die Tat umgesetzt wurde. Die Anmeldungen zum Spielmannszug übertrafen alle Erwartungen, so daß schon bald mit den Übungsstunden unter der Stabführung des Fanfarenzugführers Werner Nägele aus Germersheim begonnen werden konnte. Für die Anschaffung der Instrumente brachten nicht nur die Mitglieder des Vereins, sondern auch die Spieler beachtliche finanzielle Opfer. Ein Jahr später trat der Spielmannszug bei 30-jährigen Stiftungsfest der Musikkapelle Ottersheim erstmals geschlossen in seiner Heimatgemeinde auf. Durch seine gute Disziplin und sein flottes Spiel erwarb er sich die Anerkennung und den Beifall der Bevölkerung.
Am 11. und 12. Mai 1963 feierte er sein Gründungsfest, an dem sich unter anderem der Spielmannszug Abenberg bei Nürnberg beteiligte. Seit dieser Zeit wirkte der Spielmannszug bei einer Reihe von Festen in Ottersheim und anderen Orten der Pfalz mit.

Endlich: Die Schulturnhalle...

Das Jahr 1961 wird auch in der Geschichte des Turnvereins unvergessen bleiben. Am 13. September diesen Jahres faßte nämlich der Gemeinderat den Beschluß, mit einem neuen Schulhaus auch eine Turnhalle zu errichten. Damit sollte ein jahrzehntelanger Wunsch der Ottersheimer Turner endlich in Erfüllung gehen. Am 23. Oktober 1965 wurde das neue Gebäude seiner Bestimmung übergeben. Nun war nach so vielen vergeblichen Ansätzen ein Raum vorhanden, wo man nicht nur das Geräte- und Bodenturnen, sondern auch das Hallenhandballspiel betreiben konnte. Erfreulicherweise erklärte sich die Gemeinde bereit, die geräumige Turnhalle den Turnern und Sportlern unentgeltlich als Übungsstätte zu überlassen. Jetzt ist es nicht mehr notwendig, daß Sportlehrer Brodrück mit seinen Handballern zum Training nach Haßloch fährt, wie es vorher der Fall war. Inzwischen wurde auch der Turnbetrieb in der Halle aufgenommen. Während die Mädchen und Frauen von Frau Gertrud Benner betreut werden, hält Turnwart Hellmann von Bellheim regelmäßig Turnstunden für Männer und Jungmänner ab.

Sport und Geselligkeit...

Getreu seiner Satzungen hat sich der Turnverein Ottersheim nicht nur für die körperliche Ertüchtigung der Jugend durch Turnen und Sport, sondern auch für die Pflege der Geselligkeit eingesetzt. Bei vielen Waldfesten versammelte sich am Nachmittag mit der Turnerfamilie meist ein großer Teil der Dorfbevölkerung, um bei Musik, Lied und Gespräch ein paar schöne Stunden zu verbringen. Zur Weihnachtszeit oder beim Jahreswechsel fanden häufig Unterhaltungen mit Theateraufführungen statt, die von jung und alt gern besucht wurden. Nur ungern verzichteten in der Vergangenheit die Vereinsmitglieder und ihre Angehörigen auf einen Ball.

Sport und Kultur...

Auch das örtliche Brauchtum ist den Turnern zum Dank verpflichtet. Wenn heutzutage zum Frühlingsanfang regelmäßig ein Sommertagsumzug veranstaltet wird, so ist dieser Brauch das Werk des ehemaligen Vorstandes Peter Hindert, der diesen Umzug nicht nur anregte, sondern auch persönlich organisierte.

So ist der Turnverein Ottersheim aus dem kulturellen Leben des Dorfes heute nicht mehr wegzudenken. Das Jubiläumsjahr 1967 aber, wo der Verein sein 75-jähriges, die Handballabteilung ihr 40-jähriges und der Spielmannszug sein 5-jähriges Wiegenfest feiern konnte, war nicht nur der Abschluß einer ruhmvollen Vergangenheit, sondern zugleich der Anfang einer hoffnungsvollen Zukunft im Geiste jener Männer, die 1892 den Turnverein Ottersheim ins Leben riefen.

Gründungszeit bis zum 2. Weltkrieg (1892-1945)

Details

In der Generalversammlung am 5. Juni 1892 schlug die Geburtsstunde des Turnverein Ottersheim. In den auf dieser Versammlung von ca. 30 jungen Männern beschlossenen Statuten beschreibt der § 1 ganz im Sinne von Turnvater Jahn den Zweck der Vereinsgründung wie folgt:

"Der in Ottersheim bestehende Turnverein hat den Zweck:
Körperliche und geistige Ausbildung und Kräftigung, Erzeugung und Erhaltung eines freien, frischen Wesens sowie Pflege der Liebe zum Vaterlande zu erzeugen. Dieser Zweck soll durch regelmäßige Turnübungen und Belehrungen, durch Turnfahrten und gesellige Zusammenkünfte erreicht werden."

In den Turnrat der ersten Stunde wurden folgende Männer und Jungmänner gewählt:

Seither Josef, 1.Vorstand
Kreiner Ludwig, 2.Vorstand
Müller Josef, 1.Turnwart                 
Zwißler Eugen, 2.Turnwart
Zwißler Johann, Schriftwart
Gensheimer Adam, Zeugwart
Jochim Ludwig, Beisitzer
Reinhardt Friedrich, Beisitzer

Die Turner des TV Ottersheim mussten sich anfangs ohne Geräte und ohne Übungsraum mit den einfachsten Übungen im Freien begnügen, was wohl auch um die Jahrhundertwende zu einem Abflauen der Vereinstätigkeit führte.

im Jahre 1907 mietete man den Tanzsaal im Gasthaus "Zum Gambrinus" und hielt hier 2xwöchentlich Turnstunden ab, ab dem Jahre 1910 stand der westliche Teil der damaligen Schulscheune als Behelfsturnhalle zur Verfügung. Der Erfolg stellte sich prompt ein. Beim Gauturnfest in Neustadt im Jahre 1907 errangen die Ottersheimer Turner unter Turnwart Josef Nann unter 36 Vereinen den 5. Platz, beim Gauturnfest in Speyer 1911 erhielten sie die Auszeichnung "1. Klasse".

Als im Jahre 1914 der 1. Weltkrieg ausbrach, wurden von den 114 Mitgliedern, die der Turnverein seinerzeit zählte, 103 teils sofort, teils später zum Militär eingezogen. Die Vereinstätigkeit kam zum Ruhen.

Erst im Jahre 1920 wurde der Turnbetrieb wieder aufgenommen. Mit Jean Benz als 1. Vorstand und Paul Dörzapf als Turnwart übernahmen zwei turnbegeisterte dynamische Männer die Führung des Vereins. Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich eine lebhafte und erfolgreiche turnerische Tätigkeit. Die Schulscheune wurde ausgebessert, neue Sportgeräte wurden angeschafft.

In den zwanziger Jahren beteiligte sich der Turnverein Ottersheim jährlich an zahlreichen auswärtigen Turnwettkämpfen und konnte dabei beachtliche Resultate erzielen. So gelang z.B. der Jugendriege im Jahre 1922 beim 1. Gaujugendturnfest des Speyergaues in Bellheim unter 74 Mannschaften der 5. Platz, beim 2. pfälzischen Kreisturnfest 1925 in Ludwigshafen erzielte unsere Turnerriege den 2. Preis.

Alljährlich wurde auch ein Vereinswetturnen (Abturnen) durchgeführt, jeweils verbunden mit einem anschließenden Waldfest. Aus einem Pressebericht vom 24. 8. 1925 geht hervor, daß 1925 mit 38 Teilnehmern die bislang größte Teilnehmerzahl zu verzeichnen war. Die dargebotenen Leistungen erhielten eine ausgezeichnete Kritik.
 

Turnergruppe beim Gaufest in Landau 1924 mit der alten Vereinsfahne, die im Jahre 1904 geweiht wurde und 1945 abhanden gekommen ist:


Walk Leo, Kreiner Alois, Walk August, Benz Ferd., Hindert Richard, Hermann Karl, Benz Jean, Morio Otto, Steegmüller Hugo, Walk Richard, Dörzapf Paul, Gaab Richard, Messemer Emil, Walk Wilhelm, Steegmüller Fritz

Am 3. 4. 1927 ehrte der Turnverein unter großer Teilnahme der Bevölkerung seine im 1. Weltkrieg gefallenen und vermißten Turnbrüder mit einer würdigen Gedenkfeier und der Enthüllung und Einweihung einer Ehrentafel, die dann am 1. 11. 1927 auf dem Friedhof aufgestellt wurde.
Ebenfalls im Jahre 1927 schlug die Geburtsstunde des Handballspiels in Ottersheim. Das erste Handballspiel fand am 4.12.1927 mit einer Jugend Mannschaft des TV Knittelsheim statt. In einer Zeitungsnotiz darüber heißt es: "Die Einheimischen waren den Gästen, welche nur mit 8 Mann angetreten waren, an Körperkraft überlegen, während Knittelsheim mehr Spielerfahrung bewies." Das Ergebnis ist nicht überliefert. In der folgenden Feldrunde 1928/29 nahm unsere Mannschaft erstmals an der Verbandsrunde (C Klasse) teil und schaffte schon bald den Aufstieg in die B Klasse. Der im Jahre 1921 angelegte Waldsportplatz wurde 1932/33 erweitert. Dies geschah als Maßnahme des damaligen Freiwilligen Arbeitsdienstes mit finanzieller Unterstützung des Arbeitsamtes.
 

Die 1. Handballmannschaft vor dem 2. Weltkrieg (dreißiger Jahre):
oben: Kröper Klemens, Wünschel Karl, Faath Robert, Kuhn Walter, Föhlinger Karl
mitte: Stibitz, Kreiner Alois, Faath August
unten: Winkelblech Robert, Föhlinger Emil, Bischof Erwin

Während das Handballspiel von Jahr zu Jahr mehr Anhänger fand, ging der Turnbetrieb zu Beginn der dreißiger Jahre ständig zurück. Der Grund für die rückläufige Tendenz im Turnbetrieb ist wohl darin zu sehen, daß sich die Bemühungen zum Bau einer eigenen Turnhalle nicht realisieren ließen und im Jahre 1931 die Schulscheune (Behelfsturnhalle) abgerissen worden war, so daß kein Übungsraum mehr zur Verfügung stand. Möglicherweise wäre es in den Folgejahren doch noch zum Bau einer Turnhalle gekommen, denn es war bereits ein, wenn auch noch bescheidener, Turnhallenfond geschaffen worden und im Jahre 1932 wurden für einen Turnhallenplan 100, DM ausgegeben. Die politische Entwicklung ließ das aber nicht mehr zu. Es sollte noch bis zum Jahre 1965 dauern, ehe der Traum einer Turnhalle in Ottersheim im Zuge des Schulhausneubaues in Erfüllung ging.

Außerhalb des sportlichen Bereiches trat der Turnverein vor dem Kriege mit Theateraufführungen, Unterhaltungsabenden, insbesondere in der Weihnachtszeit und an Fastnacht sowie gelegentlich mit Bällen in der Öffentlichkeit in Erscheinung.

Im Jahre 1929 wurde auf Initiative von Peter Hindert erstmals ein Sommertagsumzug durchgeführt, an dem etwa 200 Kinder teilnahmen.

Die Machtübernahme Hitlers im Jahre 1933 und die von oben herab verordneten und empfohlenen "Vereinsideale" führten zu einem drastischen Mitgliederschwund. Am 01.01.1935 zählte der Turnverein nur noch 54 Mitglieder.

Während des 2. Weltkrieges von 1939 bis 1945 ruhte nahezu jegliche Vereinstätigkeit.

Nachkriegszeit (1946-1960)

Details

Nach Kriegsende wurde die Vereinstätigkeit durch den am 3. März 1946 gegründeten Sportverein wieder aufgenommen. Ein "Turnverein" durfte in der ersten Nachkriegszeit nach den Bestimmungen der Besatzungsbehörden zunächst nicht mehr bestehen. Erst 4 Jahre später erhielt der Verein durch Beschluß der Generalversammlung wieder seinen alten Namen.
 

Die 1. Handballmannschaft nach dem 2. Weltkrieg (ab 1946):
oben: Wünschel Walter, Zwißler Tilbert, Kuhn Willi, Föhlinger Richard, Hermann Rudi
mitte: Stadel Robert, Wünschel Erwin, Wenzel Werner
unten: Winkelblech Emil, Zwißler Kurt, Winkelblech Robert

Da für einen geregelten Turnbetrieb Räumlichkeiten fehlten, wurde im Turnverein das Handballspiel zu der wichtigsten sportlichen Betätigung.

Die aus dem Krieg und aus Gefangenschaft heimkehrenden Handballer nahmen nach der notwendig gewordenen Herrichtung des Sportplatzes mit viel Ehrgeiz das Handballspiel wieder auf.

Im Jahre 1950 wurden am Sportplatz neue Umkleideräume erstellt. Zu diesem Zeitpunkt spielten die Ottersheimer Handballer bereits in der Landesliga Süd (vergleichbar etwa mit Bezirksliga).

Daß der Turnverein nach dem Zweiten Weltkrieg wieder so schnell aufblühte, war nicht zuletzt auch ein Verdienst von Peter Hindert, der von 1947 bis 1951 den Verein führte. Unter seiner Anleitung wurde auch bereits im Jahre 1946 wieder der Sommertagsumzug durchgeführt.

Sommertagsumzug 1949

( im Vordergrund der damalige 1. Vorsitzende Peter Hindert)

Ebenfalls schon in den ersten Nachkriegsjahren trat der Turnverein wieder traditionsgemäß mit Theaterabenden an die Öffentlichkeit, die sehr gut ankamen.

Theaterabend 1948 " Der Totengräber von ST. Just":
oben: Kreiner Helmut, Hoffmann Inge, Kunz Helmut, Hermann Rudi, Frey Helmut
unten: Hoffmann Werner, Burgermeister Hugo, Benz Fritz, Benz Markus

In den fünfziger Jahren leitete Oskar Hoffmann als 1. Vorsitzender den Turnverein. In seine Zeit fiel das 60jährige Stiftungsfest und das 25jährige Jubiläum der Handballabteilung im Jahr 1952. Die Festlichkeiten fanden am 29. 6. 1952 statt und waren gut vorbereitet. Am Vormittag wurden leichtathletische Wettkämpfe durchgeführt und am Nachmittag ein Schauturnen unter Mitwirkung auswärtiger Vereine. Krönender Abschluß war ein Feuerwerk, wie es erstmals in Ottersheim zu sehen war.

Im Jahr 1953 wurde durch Satzungsänderung die Aufnahme weiblicher Mitglieder zugelassen und damit im Turnverein die Gleichberechtigung eingeführt.

Ein Jahr später ist eine Turnerinnenabteilung gegründet worden. Vorher kam es allerdings zu einer Unterredung des 1. Vorsitzenden Oskar Hoffmann mit Herrn Pfarrer Kern. Der hatte gegen die Einrichtung einer Turnstunde für Mädchen keine Bedenken, wenn sie in einem ordentlichen Rahmen durchgeführt wird.

Die im Jahr 1954 ins Leben gerufene Turnbewegung litt unter dem Mangel eines geeigneten Übungsraumes und konnte sich daher nicht entfalten, so daß sie nach kurzer Zeit wieder zum Erliegen kam.

Dauerhaften Bestand hatten allerdings die im Jahr 1955 erstmals organisierten Bundesjugendspiele (leichtathletischer Dreikampf), die alljährlich mit einem Waldfest verbunden sind.

Ansonsten blieb das Handballspiel sportlicher Schwerpunkt.

1. Handballmannschaft Anfang der fünfziger Jahre (nach Turniersieg in Wernersberg):

oben: Breßler Otmar, Benz Edwin, Benz Fritz, Zwißler Hermann, Wünschel Walter, Moock Markus, Störtzer Ludwig (Spielausschuss)

mitte: Frey Helmut, Kreiner Eduard, Föhlinger Ludwig

unten: Benz Markus, Kreiner Manfred, Föhlinger Fritz

Die Großfeldhandballer des TVO spielten in den fünfziger Jahren mit wechselndem Erfolg teils in der Kreisklasse, überwiegend jedoch in der Bezirksklasse. Etwa Mitte der 50er Jahre gab es bedeutsame Neuerungen in den Handballregeln:

a.) Die Verbandsrunde dauerte nicht mehr von September bis etwa April (also den Winter durch), sondern von März bis etwa September (Sommerzeit).

b) Der Torkreis wurde von 14m auf 13m verkleinert und ein kleinerer Ball eingeführt. Während bis dahin die Handballspiele mit "Fußballergebnissen" endeten, wurden nunmehr bedeutend mehr Tore erzielt.

c) Es wurde erstmals im Winter in der Halle gespielt allerdings nur in Turnierform.

Die Zeit ab 1960 (1961-1993)

Details

Die Verpflichtung des Landauer Sportlehrers Karl Brodrück im Jahre 1962 (der erste offizielle Trainer des TVO) läutete eine neue Ära im Ottersheimer Handball ein. Karl Brodrück nahm sich auch der damaligen B Jugend an. Sein Engagement zeigte Früchte.

1.Mannschaft Kreismeister 1962:

oben: Gaab Klaus, Steegmüller Fritz, Kuhn Rudi, Faath Oskar, Gutting Gerhard, Hilsendegen Bruno

unten: Hühnerfauth Günter, Kröper Kurt, Wünschel Alois, Benz Peter, Messemer Alfred

Im Jahre 1963 verbreitete die B Jugend durch die Erringung der Pfalzmeisterschaft im Feldhandball Hoffnungen auf eine Aufwärtsentwicklung bei den Ottersheimer Handballern. Es war ein denkwürdiger Tag, als sich unsere B Jugend in Lambrecht nach zweimaliger Punktgleichheit schließlich in der 3. Entscheidungsrunde gegen Waldsee (1:0) und Zweibrücken (0:0) durchsetzte und erstmals in der Ottersheimer Handballgeschichte einen Pfalzmeistertitel nach Ottersheim holte (es sollte der einzige Pfalzmeistertitel einer Jugendmannschaft im Großfeldhandball bleiben).

Erstmals hatte eine TVO Mannschaft über die Grenzen des Handballkreises Süd hinweg für Aufsehen gesorgt. Die Pfalzmeistermannschaft (Jahrgänge 1947/49): Glatz Friedel, Job Wilfried, Gaab Kurt, Frey Walter, Föhlinger Werner, Föhlinger Rudi, Reichling Emil, Hoffmann Egon, Winkelblech Rainer, Wünschel Werner, Kreiner Franz, Weiß Herbert, Jochim Ernst; Trainer Faath Oskar und Brodrück Karl.

Nach der Pfalzmeisterschaft im Jahre 1963 wurde der Ottersheimer Handballnachwuchs als A Jugend in der Feldrunde 1965 und in der Hallenrunde 1965/66 Kreismeister und spielte erneut um die Pfalzmeisterschaft. Für den Titel reichte es jedoch nicht, zumal der beste Spieler, Wilfried Job, damals gesperrt war.

Die 1. Mannschaft wurde nach der Verstärkung durch mehrere Jugendspieler 1966 Kreismeister, stieg in die Bezirksklasse auf und konnte sich darin in den Folgejahren behaupten.

Karl Brodrück blieb bis 1969 in Ottersheim Trainer und leistete in diesen Jahren wertvolle Aufbauarbeit. Insbesondere brachte er den Ottersheimer Feldhandballern die ersten Feinheiten des Hallenspiels bei und das z.T. unter ganz widrigen Trainingsbedingungen. Wer kann sich wohl von den heutigen Handballern vorstellen, daß einmal im Saale der Gaststätte "Gambrinus" Hallenhandball trainiert wurde. Da waren die Ottersheimer Handballer schon froh, wenn sie gelegentlich nach Haßloch zum Training fahren konnten oder die Germersheimer Bundeswehrhalle mit hartem steinigen Boden benutzen durften. Als ab dem Jahre 1965 die Ottersheimer Turnhalle zur Verfügung stand, war das unter den damaligen Verhältnissen ein Fortschritt. Karl Brodrück war sich auch bewußt, daß gute sportliche Leistungen nur einem guten Teamgeist entspringen können. Diesem Zweck dienten u.a. mehrtägige Ausflüge nach Sonthofen (1968) und an den Starnberger See (1969), die für alle Teilnehmer unvergeßliche Erlebnisse wurden.

In der Kleinfeldrunde 1970 und in der anschließenden Hallenrunde 1970/71 setzte wiederum eine B Jugendmannschaft strahlende Glanzlichter in der Ottersheimer Handballerchronik. Die Schützlinge von Trainer Bruno Hilsendegen wurden in der Kleinfeldrunde 1970 nach Siegen über Zweibrücken (8:6) und Edigheim (10:5) Pfalzmeister. In der Hallenrunde 1970/71 wiederholten sie diesen großartigen sportlichen Erfolg, wobei sie auf dem Weg zum Pfalzmeister keinen Punkt abgaben und zuletzt gegen den Nordmeister Edigheim mit 14:5 Toren und den Westmeister Pirmasens mit 11:7 Toren zu eindeutigen Siegen kamen. Die damalige B Jugend ist damit die bislang erfolgreichste Jugend in der bisherigen 65jährigen Ottersheimer Handballgeschichte. Die auf sie gesetzten Hoffnungen für die künftige Handballentwicklung in Ottersheim sollten sich in den Folgejahren bestätigen. Mit Gerhard Scheurer, Klemens Müller und Herbert Seither wurden u.a. 3 Spieler dieser Jugend später zu tragenden Säulen der Mannschaft, die im Jahre 1982 in die Hallenhandball Regionalliga aufstieg.


B-Jugend Pfalzmeister 1970/71 in der Halle:

oben: Burgard Bruno, Seither Herbert, Masser Karl-Heinz, Scheurer Gerhard, Röhrig Bruno, Trainer Bruno Hilsendegen

unten: Disque Lothar, Müller Friedel, Müller Klemens, Zwißler Herbert, Hatzenbühler Werner

Im Jahre 1970 wurde Wilfried Job Nachfolger von Karl Brodrück. Er setzte zugleich aufgrund seiner beim TV Hochdorf und TSV Rintheim gewonnenen Bundesligaerfahrung und seines großen Fachwissens eigene Akzente. Dank seines starken Einsatzes als Trainer und zeitweise Spielertrainer ging die Leistungskurve des TVO in verstärktem Maße nach oben.

In der Feldrunde 1970 gelang nach Entscheidungsspielen gegen Thaleischweiler der Aufstieg in die Verbandsliga Pfalz. Erstmals in der Vereinsgeschichte spielte die 1. Herrenmannschaft auf der Ebene des pfälzischen Handballverbandes und zählte damit zu den oberen pfälzischen Handballmannschaften. Ottersheim wurde zu einer Handballhochburg. In der folgenden Feldrunde.

1972 errang die Mannschaft des Erfolgstrainers Wilfried Job auf Anhieb die Meisterschaft und stieg damit in die Oberliga, die höchste pfälzische Spielklasse, auf, wo sie in den Folgejahren in der Spitzengruppe mitwirkte.

Höhepunkt dieser Erfolgsleiter wurde das Jahr 1976, indem unsere "Erste" Feldhandballoberligameister wurde und sich für die neu geschaffene Pfalzliga qualifizierte. Die damaligen Aktiven und Fans können sich wohl noch heute gut an das entscheidende Heimspiel gegen Nußdorf erinnern, in dem etwa 500 Zuschauer auf dem Ottersheimer Waldsportplatz den 12:7 Sieg erlebten. Die imposante Zuschauerkulisse zeigt, daß damals der Großfeldhandball in der Pfalz noch ungebrochen populär war, obgleich sich seinerzeit bereits das Ende des Großfeldspiels abzeichnete.

Auf internationaler Ebene waren die Ostblock Staaten und die skandinavischen Länder Dänemark, Schweden und Norwegen bereits vom Großfeldhandball abgerückt. In Deutschland waren ein Jahr vorher (1975) letztmals Deutsche Meisterschaften im Großfeldhandball ausgetragen worden. (Letzter Deutscher Meister: TSG Haßloch)

Trainer Wilfried Job brachte die Ottersheimer Handballer auch in der Halle auf Erfolgskurs, wenngleich auch nicht so rasant wie im Großfeld. In der Hallenrunde 1972/73 gelang der Aufstieg in die Hallenhandball Bezirksliga, 1976/77 nach drei vergeblichen Anläufen der Aufstieg in die Hallenhandball Verbandsliga. Seit der Hallenrunde 1973/74 steht im übrigen die Bellheimer Sporthalle zur Verfügung.

Im Jahre 1978 beendete das lebende Handballdenkmal Oskar Faath seine 25jährige aktive Laufbahn. Oskar Faath hat sich nicht zuletzt in seiner nahezu 20jährigen Jugendleitertätigkeit von 1962 bis 1980 überragende bleibende Verdienste um den Handballsport in Ottersheim erworben.

Ein Jahr vorher, 1977, kam es zum Trainerwechsel von Wilfried Job zu Gerhard Scheurer. Gerhard Scheurer sollte ein würdiger Nachfolger seines großen Vorgängers werden. Er begann mit einer sich stark verjüngenden Mannschaft und mußte zunächst den Abstieg aus der Hallen Verbandsliga hinnehmen. Doch dann führte seine kontinuierliche Trainingsarbeit zu dem bislang größten Erfolg in der Ottersheimer Handballgeschichte.

Innerhalb von 2 Jahren schafften unsere Handballer den Durchmarsch von der Bezirksliga (1979/80) bis zur Regionalliga (1982/83). Das Ottersheimer Handballwunder war in aller Munde. Für nicht wenige Anhänger war die damalige Regionalligamannschaft das Beste, das je in den Farben des TVO spielte. Hervorzuheben ist, daß dieser einmalige Erfolg nahezu ausschließlich mit einheimischen Kräften zustande kam und wohl auch nur deshalb, weil seinerzeit die Leistungsträger trotz interessanter auswärtiger Angebot dem TVO treu blieben.

Aufstieg Regionalliga 1981/82

oben: Steiner Helmut, Stadel Helmut, Völker Jochen, Winkelblech Bernd, Moock Lothar, Kreiner Gerhard, Bauchhenß Dieter, Seither Herbert, Scheurer Gerhard, Groll Edmund,

unten: Benz Joachim, Benz Gerald, Hauck Rudi, Müller Clemens, Schwarz Michael, Frey Wolfgang.


Das Management mit den Betreuern Helmut Stadel und Edmund Groll passte sich dem gehobenen Niveau an. Den zahlreichen Handballfans wurden ab Beginn der achtziger Jahre in der Bellheimer Sporthalle Handballeckerbissen der internationalen Spitzenklasse geboten. Zu Gast in der Bellheimer Sporthalle waren u.a. 1981 der 11 malige Deutsche Meister und 2malige Europapokalsieger Frisch Auf Göppingen, 1982 der amtierende russische Pokalsieger ASK Minsk mit mehreren Spielern der damaligen Weltmeistermannschaft der UdSSR, 1983 die Chinesische Nationalmannschaft, 1984 die Französische Nationalmannschaft.

Viel Anerkennung erhielten auch die von Edmund Groll zu den Heimspielen herausgegebenen TVO Nachrichten.

Wenn gleich der TVO nach Abschluß der Regionalligarunde 1982/83 wieder nach einem Jahr absteigen mußte, hat sich unsere Mannschaft mit 10: 34 Punkten und 343:384 Toren achtbar geschlagen. Mehrere entscheidende Spiele wurden erst in den letzten Minuten verloren. Im Heimspiel gegen TuS Dansenberg, das seinerzeit souverän mit nur 4 Verlustpunkten Meister wurde, gelang sogar ein 19:19 Unentschieden.

Gegen Ende der Hallenrunde 1983/84 legte Gerhard Scheurer sein Traineramt nieder. An seine Stelle trat Wolfgang Frey, der auch heute noch der Chef ist. Bei dieser Gelegenheit sollte nicht unerwähnt bleiben, daß die 1. Herrenmannschaft des TVO in all den Jahren ihrer Zugehörigkeit zu den oberen pfälzischen Ligen (seit über 20 Jahren) ausschließlich von einheimischen Trainern trainiert wurde. Ein Novum im Pfalzhandball! Wolfgang Frey verstand es, sich Anerkennung zu verschaffen und den Leistungsstand der Mannschaft zu erhalten. Dies verdient um so mehr Respekt, als sich das Mannschaftsbild in seinen Trainerjahren doch erheblich (und wiederholt) änderte. In der Mannschaft, die in der vergangenen Hallenrunde Meister der Verbandliga wurde und sich wieder in die Oberliga zurückmeldete, war nur noch ein Spieler der Mannschaft, die in der Hallenrunde 1981/82 den Aufstieg in die Regionalliga geschafft hatte: Kreisläufer As Joachim Benz.

Mitte der siebziger Jahre wurde für die besten pfälzischen C , B , und A Jugendmannschaften die Jugend Oberliga (Pfalzliga) eingeführt. Unsere männlichen Nachwuchshandballer konnten sich für diese Eliteklassen bisher wie folgt qualifizieren:

Hallenrunde                 Jugend            Jahrgang      Plazierung

1977/78                    mB Jugend           61/63          6. Platz
1979/80                    mA Jugend           61/63          9. Platz
1983/84                    mC Jugend           69/70          4. Platz
1984/85                    mB Jugend           68/69          5. Platz
                                 mC Jugend           70/71          8. Platz
1985/86                    mB Jugend           69/70         10. Platz
                                 mC Jugend           71/72           7. Platz
1986/87                    mB Jugend           70/71          12. Platz
1988/89                    mC Jugend           74/75          10. Platz
1991/92                    mC Jugend           77/78            4. Platz

Das Leistungsniveau und die Leistungsbreite unserer Jugendmannschaften ist in den letzten Jahren zurückgegangen, was nicht zuletzt darauf zurückzuführen ist, daß nahezu alle renommierten Handballvereine mittlerweile eigene Hallen vor Ort haben, während die Trainingsmöglichkeiten unseres Nachwuchses mangels einer eigenen, geeigneten Sporthalle vollkommen unzureichend sind. Die Nachwuchsquelle für die 1. Mannschaft sprudelt nicht mehr so ergiebig wie in früheren Jahren. Die Hemmschwelle mancher einheimischer Spieler, den Verein zu wechseln, ist zudem merklich gesunken. Diese Entwicklung ist für den TVO nicht erfreulich, Trainer Wolfgang Frey um seine Aufgabe gewiß nicht zu beneiden. Die Verantwortlichen haben erkannt, daß zumindest mittelfristig wohl nur durch verstärkte Heranziehung auswärtiger Spieler der gegebene Leistungsstand gehalten werden kann und entsprechend gehandelt.

Mit der Meisterschaft in der Verbandsliga in der vergangenen Hallenrunde hat die 1. Herrenmannschaft dem Verein und der Handballabteilung zum Jubiläum das schönste Geburtstagsgeschenk gemacht. Der Turnverein und unser Dorf Ottersheim dürfen auf seine Handballer zu Recht stolz sein.

Aufstieg Oberliga 1991/92

oben: Demand Hanni, Stadel Helmut, Faath Rainer, Benz Elmar, Habermehl Sven, Druck Kai, Benz Gunter, Funk Wolfgang, Steiner Torsten, Trainer Frey Wolfgang.

unten: Faath Frank, Messemer Heiko, Benz Joachim, Kröper Rolf, Becker Roger, Albrecht Andeas, Faath Rainer, Bauchhenß Jürgen, Hilsendegen Jochen.

Am 19.09.1992 startet der TVO mit einem Auswärtsspiel gegen Schifferstadt in die Oberligahallenrunde 1992/93. Das Ziel heißt: Klassenerhalt. Die Mannschaft kann dabei der vollen Unterstützung ihrer treuen großen Anhängerschar sicher sein.

In den Pokalspielen konnte der TVO bisher nur sporadisch für Furore sorgen, so z.B. 1975/76 als Bezirksligist beim erstmaligen Vordringen in die Pokalrunde des südwestdeutschen Handballverbandes, in der dann in Bellheim mit 17:22 gegen den damaligen Regionalligisten TSV Heppenheim, bei dem "Sir" Felix Schmacke mitwirkte, das Aus" kam und in der Hallenrunde 1987/88 als Pokalsieger des Kreises Süd.

Seit über 22 Jahren gehört der Handballsport in Ottersheim nicht mehr den Herren der Schöpfung allein. Auch das "schwache" Geschlecht hat sich im Turnverein fest etabliert. Im November 1969 wurde eine Damenhandballabteilung gegründet. Erste Trainerwaren Klemens Forler und Oskar Esswein (ab August 1971 allein).

Die weiblichen Mannschaften konnten schon bald Erfolge erzielen und erreichten ein beachtliches Niveau: So kämpfte 1973 die Damenjugendmannschaft in der Kleinfeldrunde um die Pfalzmeisterschaft und wurde Vize Pfalzmeister.

Die Damenmannschaft wurde 1974 Bezirksligameister und stieg in die Verbandsliga auf. In den letzten Jahren spielten unsere Damen teils in der Bezirksliga, teils in der Kreisklasse. Für die vergangene Hallenrunde 1991/92 konnte leider wegen Spielermangels keine Damenmannschaft mehr gemeldet werden. Das gilt auch für die kommende Verbandsrunde.

Seit 1973 nehmen die Damenhandballturniere einen festen Platz im Veranstaltungskalender des Turnvereins ein.

Zur Abrundung der bisherigen erfolgreichen Handballentwicklung beim TVO sei angemerkt, daß das allgemein populärere Mannschaftsspiel "Fußball" in Ottersheim nie Fuß fassen konnte. Gelegentliche Anregungen sowohl vor 1945 als auch in den fünfziger und sechziger Jahren hatten keine Chancen.

   

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